Goethe-Gesellschaft in Augsburg e. V.

Programm des ersten Halbjahres 2019

Mittwoch --- 16. Januar 2019 -- 19 Uhr c.t.. --   Universität, Gebäude D1 -- Dr. Wolfgang Pollert (Augsburg) -- Zensur und Pressefreiheit zur Goethezeit -- Censur und Preßfreiheit werden immer miteinander kämpfen. Censur fordert und übt der Mächtige, Preßfreiheit verlangt der Mindere. Jener will weder in seinen Plänen noch seiner Thätigkeit durch vorlautes, widersprechendes Wesen gehindert, sondern gehorcht sein; dieser möchte seine Gründe aussprechen. den Ungehorsam zu legitimieren. Diese wird man überall geltend machen. (Maximen und Reflexionen)


Donnerstag -- 21. Februar 2019 -- 19 Uhr c.t. -- Buchhandlung Rieger & Kranzfelder -- Dr. Manfred Osten (Bonn) -- Bin ich der Flüchtling nicht, der Unbehauste -- Goethes Vision der Migrationskatastrophen des 21. Jahrhunderts im Faust und in Hermann und Dorothea. -- Buchhandlung Rieger & Kranzfelder, Maximilianstraße 36 -- ( Eintritt, nur für diese Veranstaltung: 5,-- €,  Mitglieder 3,-- € )


Mittwoch -- 13. März 2019 ---19 Uhr c.t. -- Universität Augsburg, Gebäude D1, Hörsaalzentrum, Raum 2110 -- Barbara Kiem (Freiburg) -- Von Harfen und Äolsharfen -- Die Harfe, eines der ältesten Instrumente verdanken wir den Hochkulturen des Orients. Im Mittelalter ist sie das Instrument der höfischen Sänger. Nach christlichen Vorstellungen lassen Engel die Harfe aufklingen, oder Naturgeister und Verstorbene versetzen die Äolsharfen in Schwingung. Die Äolsharfe war um 1790 beliebtes Modeinstrument, auch Goethe feierte sie als symbolisches Motiv.


Mittwoch -- 10. April 2019 -- 19 Uhr c.t. -- Universität, Gebäude D1, Hörsaalzentrum, Raum 2110 -- Dr. Klaus Disselbeck (Bonn) -- Goethes Naturverständnis als Grundlage seiner Farbenlehre  -- Die Frage ist, weshalb Goethe eine so gut bewährte Theorie wie Newtons Farbenlehre bekämpft hat, trotz aller Versuche zeitgenössischer Physiker, ihn von ihrer Richtigkeit zu überzeugen. Aber sein Naturverständnis hinderte ihn an einer sachlichen Auseinandersetzung mit Newtons Theorie.


Mittwoch -- 8. Mai 2019 -- 19 Uhr c.t. -- Dr. Heike Spies (Düsseldorf) -- Im Narrenspiegel: Luther, Goethe, Heine und Thomas Mann -- Wir erleben vier Geistesmenschen, Dichhter, Schriftsteller, ie sich zu verschiedenen Lebensepochen mit der Gestalt und Natur des Narren in eigenen Texten beschäftigt, sich geistig angenähert und sie zu ihrem Verbündeten gemacht haben.


Mittwoch -- 5. Juni 2019 -- 19 Uhr c.t. -- Dr. Bert Heizmann (Essen) -- Eigentlich ein Hund, dieser Goethe -- Gottfried Benn zwischen Ablehnung und Verehrung seines olympischen Urgroßvaters -- Immer wieder rechnet Benn zynisch mit Goethes Geheimratsbehaglichkeit ab (wozu auch dessen Lebensführung gehört) -- und doch ist er fasziniert von Goethes Sinn für Würde und Maß und dessen Abstand von Zeitereignissen.


Veranstaltungsorte  --- Universität Augsburg,   19. Januar 2019    bis    5. Juni 2019  --

Vorträge -- Augsburg Universitätsstraße 10  - - Gebäude D1, Hörsaalzentrum, Raum 2110 oder 2107 -- Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19:00 c.t.



Sitz der Goethe-Gesellschaft in Augsburg e. V.: Prof.-Messerschmitt-Str. 30b, 86159 Augsburg, Telefon und Fax: 0821 / 596519 - Erster Vorsitzender: Prof. Dr. Wolfgang Pollert - Zweiter Vorsitzender: Dr. Ulrich Hohoff - Schatzmeisterin: Gerdi Hellerström - Schriftführerin: Elke Seifert - Der Vorstand - Der Vorstand - . . .

 

Der erste Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft Augsburg, Prof. Dr. Theo Stammen ist am 4. Oktober 2018 gestorben. - Es folgt ein Nachruf von Dr. Wolfgang Pollert:

Die Goethe-Gesellschaft in Augsburg beklagt den Tod ihres ersten Vorsitzenden und Mitbegründers, Prof. Dr. Theo Stammen. Sein liebenswürdiges väterliches Wesen und seine vornehme stattliche Erscheinung werden fehlen. Geboren wurde der Sohn eines Volkschullehrers am 11. Juli 1933 in Wachtendonk, einem kleinen Ort in der Niederrheingegend, unweit der holländischen Grenze. Er besuchte das renommierte Gymnasium Thomaeum im nahen Kempen, wo er im Jahre 1954 das Abitur machte. Nach der Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes, begann Theo Stammen sein Studium mithilfe eines Stipendiums in den Fächern Philosophie, Germanistik und Geschichte für das Höhere Lehramt. Dazu kam die 1954/55 neu eingeführte Politikwissenschaft. Er studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn sowie an der Universität Manchester und schließlich wieder in Freiburg. 1958 legte Theo Stammen das erste Staatsexamen für das Höhere Lehramt in den Fächern Deutsch und Geschichte ab. Dann wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für politische Jugendbildung im Studienhaus Wiesneck in Buchenbach bei Freiburg und begann dort das Promotionsstudium im Fach Politikwissenschaft bei Prof. Dr. A. Bergstraesser. 1061 wurde er promoviert mit einer Dissertation über ein Thema der Französischen Revolution, und zwar über Goethes Schauspiel  Die natürliche Tochter - zur Morphologie des Politischen in Goethes Drama. Anschließend, 1963 ging er nach München und wurde wissenschaftlicher Assistent von Prof. Dr. Hans Maier (späterer Bayerischer Kultusminister), am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft. Im Jahre 1964 erhielt er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Politik in München und an der PH München-Pasing. Nach einem Stipendium der DFG (1965-69), habilitierte er an der staatswirtschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer durch Hans Maier und Eric Voegelin betreuten Arbeit über Sprache und Politik - Probleme ihrer Zuordnung. 1969 war er kurze Zeit Privatdozent und Mitglied im wissenschaftlichen Rat am Geschwister-Scholl-Institut. Von Herbst 1970 bis Herbst 1973 lehrte er als ordentlicher Professor für Politikwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Aachen. Theo Stammen vertrat auch über drei Semester den Lehrstuhl für Politikwissenschaft von Prof. Hans Maier an der LMU München. Im Herbst 1973 kam die Berufung als Ordinarius für Politikwissenschaft an die neu gegründete Universität Augsburg. Hier nahm er verschiedene Ämter in der akademischen Selbstverwaltung wahr und zwar als Vizepräsident, Senator und Dekan. Gleichzeitig war er weiterhin Dozent an der Hochschule für Politik in München und Mitherausgeber der Zeitschrift für Politik. Schwerpunkte seiner Lehr- und Forschungstätigkeit waren vergleichende Politikwissenschaft und politische Ideengeschichte. Theo Stammen hing nie der heute herrschenden Vorstellung an, dass die Politikwissenschaft eine rein empirische Sozialwissenschaft sei, vielmehr war er ein Anhänger der klassischen, geisteswissenschaftlichen Tradition, der in der griechischen Antike begründeten politischen Philosophie. Daraus erwuchs ihm die Einsicht, dass Dichtung und Literatur, in denen die Menschen seit jeher ihre geschichtliche und gesellschaftliche Existenz sprachlich-symbolisch beschreiben und auslegen, genuine Forschungsgegenstände einer klassischen Politikwissenschaft sind. So hatte sich auch Goethe mit dem größten epochalen Ereignis des ausgehenden 18. Jahrhunderts, der französischen Revolution, dichterisch auseinandergesetzt. Theo Stammens schon oben genante Dissertation zu diesem Thema war 1966 als Band 7 der Münchner Studien zur Politik erschienen. Auch in den folgenden Jahrzehnten akademischer Lehre, spielte das politische Denken und Handeln Goethes bei ihm eine erhebliche Rolle. Während seines Wirkens an der Universität Augsburg wurde der Name Goethes dort groß geschrieben. In Vorlesungen und Hauptseminaren kamen neben Goethes literarischem Werk auch seine politischen Anschauungen und sein politisches Handeln zur Sprache. Die, in dieser Zeit entstandenen Arbeiten, erschienen 1999 in einem Band der Reihe Spektrum Politikwissenschaft unter dem Titel Goethe und die Politische Welt in Würzburg. Besondere Beachtung verdient der Band Zur Genealogie des Politischen bei Goethe. Hierin stellt er uns in einer tiefgründigen Betrachtungsweise das politische Denken Goethes vor, welches er aus dessen literarischem Werk ableitet. Theo Stammen vertritt die Ansicht, dass in der mittlerweile unübersehbar gewordenen Goethe-Literatur eine Scheu und Zurückhaltung besteht, sein Verhältnis zur Politik umfassend zu erörtern. So erklärt sich für ihn die Tatsache, dass der Bereich des Politischen im Kosmos des Goethe-Wissens bis heute nur unzureichend bearbeitet wurde. Des weiteren findet man noch eine Fülle anderer Publikationen, Bücher, Aufsätze, Editionen und Lexikonartikel au der Feder Theo Stammens über die Gebiete der Politischen Ideengeschichte, der praktischen und vergleichenden Politikwissenschaft sowie aus der Literatur. In den letzten Jahren widmete er sich intensiv der Mitarbeit am "Institut für Europäische Kulturgeschichte" an der Universität Augsburg, dessen Mit-Direktor er war. Nach seiner Emeritierung im Jahr 2001 war er weiterhin unermüdlich an der Universität Augsburg sowie an der Hochschule für Politik in München in der akademischen Lehre tätig, dazu war er auch Lehrbeauftragter an der Frauenakademie in Ulm. Seit Gründung der Goethe-Gesellschaft in Augsburg im Jahre 2005, war Theo Stammen ihr erster Vorsitzender. Schon bei den frühen Bemühungen um die Bildung der Gesellschaft stand er mit Rat und Tat zur Seite. So wie die damalige Studentenschaft, profitierte auch die Augsburger Goethe-Gesellschaft von seiner Kompetenz und seinem überragenden Wissensbestand. Seine Begeisterung für Goethe hat ihn nie losgelassen. Mitglieder und Gäste gewannen durch ihn immer neue Eindrücke aus der großen Zeit der Weimarer Klassik. Die Programmfülle des Veranstaltungsrahmens belebte Theo Stammen durch zahlreiche eigene Vorträge und Lesungen zu vielseitigen Themenbereichen und er leitete in souveräner Art die sich anschließenden Diskussionen. Aber noch vor seinem 85. Geburtstag verließen ihn nach und nach die Kräfte, so dass er das Leben der Gesellschaft nicht mehr in vollem Umfang begleiten konnte. Seine Sorge galt seiner Nachfolge als Vorsitzender, an deren Regelung er sich aber nicht mehr beteiligen konnte. Sein Tod am 4. Oktober 2018 hat die Augsburger Goethefreunde tief getroffen. Theo Stammen bleibt unvergessen. -- Wolfgang Pollert --

Portraits der Vorstands-Mitglieder der Goethe-Gesellschaft Augsburg - Gerda Hellerström - Dr. Wolfgang Pollert - Elke Seifert - Prof. Dr. Theo Stammen --  . . .


Die Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V.  -



Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) - Internet-Lexikon-Artikel über Goethe -

Goethe-Gesellschaft München . . .

Das Goethezeitportal der Ludwig-Maximilians-Universität . . .


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